Barsch-Baitcast-Rollen
Barsch-Baitcast-Rollen
Die Baitcast-Rolle verlangt Konzentration im Wurf und belohnt sie mit punktgenauer Köderpräsentation, direkter Bissübertragung und einem eigenen Drillgefühl. Die Kategorie listet Low-Profile-Modelle für den europäischen Barsch, vom 2-Gramm-Micro-Jig bis zum 30-Gramm-Crankbait. Im Sortiment: Bait-Finesse-System (BFS) für ultraleichte Köder ab 1 g, MGL-Standard-Baitcaster für den Allround-Einsatz, Digital-Control-Modelle (DC) mit computergesteuerter Wurfbremse, kompakte Allround-Multirollen für Köder bis 45 g. Marken: Shimano (Aldebaran, Curado, SLX), Daiwa (Tatula SV TW) und Savage Gear (SG8).
Mit der Stationärrolle findest du die abgestimmten Modelle bei den Barsch-Spinn-Rollen. Die passende Trigger-Rute zur Multirolle liegt im Programm der Barsch-Baitcast-Ruten. Für die Köderauswahl zum Casting-Setup führt der Weg zu den Barsch-Ködern.
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Welche Multirolle für welchen Köderbereich?
Bei Multirollen entscheidet das Mindestwurfgewicht über die Auswahl. Eine Spule, die für 15 g gebaut wurde, wirft mit einem 4-Gramm-Micro-Jg kaum 5 Meter weit. Umgekehrt fehlt einer BFS-Rolle bei einem 30-Gramm-Spinnerbait die Schnurfassung und die Bremskraft. Drei Klassen decken den Barsch-Bereich vollständig ab:
Ultra-Finesse (1–10 g): BFS-Rollen mit ultraleichter Spezialspule, Magnetbremse und Eigengewicht um 130 g. Spielfeld: Micro-Jigs, kleine Wobbler, Spoons ab 2 g, Topwater-Stickbaits. Diese Klasse ist der Grund, warum überhaupt Baitcasten auf Barsch funktioniert.
Standard-Light (4–21 g): Klassische Low-Profile-Baitcaster mit MGL- oder SV-Spule. Spielfeld: Shads 7–9 cm am Jigkopf, mittlere Crankbaits, Texas-Rig leichter Bauart, Spinnerbaits bis 14 g. Das größte Segment im Markt und der sinnvolle Einstieg ins Baitcasten.
Standard-Heavy (7–45 g): Robustere Multirollen mit höherer Schnurfassung und stärkerer Bremse bis 5 kg. Spielfeld: schwere Spinnerbaits, große Crankbaits, Texas-Rig mit 14–21 g, Chatterbaits jenseits 14 g, Vertikalangelei mit größeren Jigs.
BFS-Rollen: die Spezialklasse für Micro-Jig und Forellenseen
Bait-Finesse-Rollen sind das jüngste Phänomen im europäischen Baitcasten. Ihre Bauweise unterscheidet sich von Standard-Baitcastern in drei Punkten: ultraleichte Flachspule mit nur 6–9 g Eigengewicht, externe Magnetbremse statt klassischer Fliehkraftbremse sowie reduzierte Schnurfassung zwischen 45 und 50 m. Die Spule muss schon bei der ersten Kurbelumdrehung mit minimalem Krafteinsatz anlaufen, sonst landet der Micro-Jig statt zehn Meter weiter direkt vor den Füßen.
Die Shimano 22 Aldebaran BFS HG ist das Maß aller Dinge im BFS-Segment. 130 g Gesamtgewicht, 10 plus 1 Kugellager, FTB-Magnetbremse (Finesse Tune Brake), HAGANE-Body aus Magnesium und CI4+-Komponenten, dazu der Exciting-Drag-Sound im Drill. Köder ab 1 g lassen sich damit auf brauchbare Wurfweiten bringen, wenn die passende UL-Casting-Rute kombiniert wird. Die Übersetzung 7,8:1 (HG) bringt 71 cm Schnureinzug pro Kurbelumdrehung.
Die schnellere Shimano 22 Aldebaran BFS XG bei identischer Bauweise zieht mit 8,9:1-Übersetzung und 81 cm pro Umdrehung deutlich schneller ein. Für aktive Twitch-Angler an Hardbaits die bessere Wahl.
Wer in die BFS-Welt einsteigt und einen Schritt unterhalb der Premium-Liga sucht, findet in der Shimano Aldebaran MGL 51 (135 g, 9+1 KL, MGL-Spule, SVS Infinity Bremssystem) eine bezahlbare Alternative. Ködergewichte ab 3 g sind hier realistisch erreichbar.
MGL und SV: Standard-Low-Profile mit leichter Spule
Die zweite große Klasse bilden klassische Low-Profile-Baitcaster mit Magnumlite-Spool (MGL bei Shimano) oder Super-Velocity-Spool (SV bei Daiwa). Diese Spulen wiegen rund 30 Prozent weniger als Standard-Aluminiumspulen, laufen schneller an und bringen Köder ab 4 g auf gut werfbare Distanz. Spielfeld: alles oberhalb der reinen Finesse-Klasse, also der typische Texas-Rig-, Crankbait- und Shad-Bereich.
Die Daiwa 24 Tatula SV TW 100 XHL bringt das aktuelle SV-Boost-Bremssystem mit: Zweistufige Wurfbremse, die in der letzten Flugphase die Bremsleistung reduziert und Wurfweite gewinnt, während Perückenbildung im Initialwurf weiter gedämpft bleibt. 195 g Gesamtgewicht, Hyper-Drive-Digigear-Getriebe und das Hyper-Armed-Aluminiumgehäuse für stabile Lagerung der Antriebskomponenten.
Wer im kompakten Format mit dünnen Schnüren fischen will, findet in der Daiwa Tatula SV TW 70 HL bei 185 g eine passende Option. Die flache Spule kommt mit dünnen Geflechten ab 0,10 mm gut zurecht und lässt sich prima für kleine Crankbaits, Texas-Rigs und Stickbaits einsetzen.
DC-Modelle: Digital Control für entspanntes Werfen
Das DC-Bremssystem (Digital Control) ist Shimanos Antwort auf die Frage, wie ein Anfänger eine Baitcast-Rolle gleich ab der ersten Session stressfrei werfen kann. Ein Mikroprozessor misst während des Wurfs 1.000 Mal pro Sekunde die Rotationsgeschwindigkeit der Spule und passt die Bremskraft dynamisch an: stärker beim Beschleunigen direkt nach dem Wurf, schwächer in der Flugphase, wieder stärker kurz vor dem Wasserkontakt.
Die Shimano Curado DC 151 ist der bekannteste Vertreter dieser Klasse. I-DC4-Bremssystem mit vier Einstellungsmodi (Mono / Geflecht / Fluorocarbon-Spezialprogramm und drei Stärkenstufen), 220 g Gesamtgewicht, 6+1 Kugellager mit MicroModule-Getriebe für seidenweichen Lauf. Übersetzung 6,2:1, Schnurfassung 110 m bei 0,30 mm. Für Crankbaits zwischen 10 und 45 g ist die Curado DC die bequeme Wahl.
Wer mehr Einholgeschwindigkeit braucht, greift zur Shimano Curado DC 151 XG mit 8,5:1-Übersetzung und 91 cm Schnureinzug. Bei Spinnerbaits, Topwater und zackiger Köderführung an Hardbaits zeigt sich der Geschwindigkeitsvorteil sofort.
Standard-Allround-Baitcaster bis 45 g
Im Allround-Segment jenseits von BFS-Spezialspule und Digital Control geht es vor allem um robuste Verarbeitung, ein gut abgestimmtes SVS-Infinity-Bremssystem (manuell einstellbar von außen) und eine Spule, die Köder zwischen 5 und 30 g zuverlässig auf Distanz bringt.
Die Savage Gear SG8 100 BC Linkshand liefert in dieser Klasse ein ungewöhnliches Detail: externe Fliehkraftbremse direkt zugänglich an der Seitenplatte und im Drill ein leiser Klicker, der über Schnurabzug informiert. Übersetzung 8,1:1 mit 81 cm Schnureinzug pro Kurbel, einteiliger Aluminiumrahmen, DuraGrease-Schmierung. Die SG8 ist passgenau auf die Savage-Gear-SG4-Rutenserie abgestimmt und in Olive lackiert.
Bremssysteme im Vergleich: Magnet, Fliehkraft, Digital
Drei Systeme dominieren das Marktsegment der Barsch-Baitcaster:
Magnetbremse (FTB bei Shimano BFS, Magforce Z bei Daiwa): Magnete bremsen die rotierende Spule berührungslos. Vorteil: feinste Justierung außen, gleichbleibendes Bremsverhalten über die gesamte Wurfphase. Domäne im BFS-Bereich.
Fliehkraftbremse (SVS Infinity bei Shimano, Centrifugal bei Daiwa): Bremsklötze klappen durch Fliehkraft nach außen und reiben am Bremsring. Vorteil: kraftvoll im Initialwurf, sanfter Übergang in die Flugphase. Klassisch bei Allround-Baitcastern wie Curado MGL, Tatula SV TW oder Savage Gear SG8.
Digital Control (DC bei Shimano): Computer steuert die Bremse dynamisch. Vorteil: nahezu perücken-sicher auch bei wechselnden Schnurarten und Köderwechseln. Domäne im Komfort-Segment für Crankbait- und Spinnerbait-Angler.
„Beim Übergang vom Spinning ins Baitcasten kommt der Aha-Moment selten beim ersten Wurf. Er kommt beim dritten Twitch eines kleinen Wobblers an einer Spundwand, wenn du mit Daumendruck den Köder ein paar Zentimeter kürzer fallen lässt und der Barsch genau dort beißt. Diese Präzisionskontrolle bleibt der Domäne der Multirolle vorbehalten.“
– Jonas Müller, BFS-Pionier und Mitbegründer von Angeljoe
Spulen-Technologie: MGL, S3D, FTB und SV-Konzept
Die Spule ist das Herzstück jeder Baitcast-Rolle. Vier Konzepte unterscheiden sich grundsätzlich:
MGL-Spule (Magnumlite): Shimanos leichteste Standardspule mit Aluminium-Konstruktion und reduziertem Massenträgheitsmoment um 17 Prozent gegenüber Standardspulen. Verbaut in Curado MGL, Aldebaran MGL und Metanium MGL.
S3D-Spule (Smooth, Steady, Strong, Durable): Spezielle Aluminium-Spule mit dünnwandiger, ausbalancierter Konstruktion zur Reduzierung von Vibrationen beim Auswerfen. Verbaut in Curado BFS und höheren Modellen.
FTB-Spule (Finesse-Tune-Brake): Ultraleichte Spule mit nur 6,6–8,9 g Eigengewicht. Die Bremseinheit sitzt außerhalb der Spule, was die Spule selbst entlastet. Domäne bei Shimano Aldebaran BFS und Curado BFS.
SV-Spule (Super Velocity): Daiwa-Konzept mit speziell flach geschnittener Spulenform, die schon bei minimalem Anlaufwiderstand rotiert. Erlaubt Würfe mit 4 g Ködern bei kompakter Bauweise. Verbaut in der Tatula-SV-Serie.
Bei welcher Hand sitzt die Kurbel?
Die Frage „Linkshand oder Rechtshand“ bezieht sich beim Baitcasten auf die Hand, mit der gekurbelt wird, also auf die Kurbelhand. Wer rechts wirft, kurbelt traditionell mit links: Die Rute bleibt in der starken Wurfhand und der Köder lässt sich sofort nach dem Wurf animieren. Beim Spinning wird oft umgekehrt verfahren. Erst wird mit der rechten Hand geworfen, dann erfolgt der Wechsel in die linke Hand. Wer vom Spinning umsteigt, hat zwei Optionen: Enweder man bleibt bei der Spinning-Logik (Wurf rechts, Kurbel rechts nach Handwechsel) oder man gewöhnt sich andie klassische Baitcast-Logik (Wurf rechts, Kurbel links, Rute bleibt in der Wurfhand). Im Sortiment sind die meisten Modelle in beiden Versionen erhältlich, gekennzeichnet mit HL/XHL (Linkshand) oder HR/XHR (Rechtshand).
„Eine Baitcast-Rolle ist mehr als nur eine Rolle, sie ist ein Präzisionswerkzeug, das regelmäßige Pflege belohnt. Wer einmal pro Saison die Spule ausbaut, die Lager mit einem Tropfen feinem Rollenöl benetzt und das Bremssystem mit Druckluft reinigt, hat zehn Jahre Spaß mit dem gleichen Modell. Wir bieten diesen Service in jeder Filiale an, weil Baitcaster den Unterschied am Wasser machen.“
– Julian Straßburg, Rechtswerfer und Mitbegründer von Angeljoe
Service rund um die Multirolle
Baitcast-Rollen sind technisch anspruchsvoller als Stationärrollen. Spulenlager, Bremsmagnete, Anti-Reverse-Mechanismen und das Pinion-Getriebe brauchen gelegentlich Pflege, vor allem nach Salzwasserkontakt an Mündung oder Ostsee. In den Angeljoe-Filialen bekommst du Rollenwartung als Service: Reinigung, Schmierung, Bremstuning auf gewünschte Ködergewichte sowie Beratung zu Tuning-Spulen aus dem japanischen Aftermarket. Wer eine Aldebaran BFS auf 0,8 g Mindestwurfgewicht trimmen will, bekommt hier konkrete Empfehlungen statt Standardphrasen.
Online-Bestellungen verschicken wir bundesweit, ab 150 € Warenwert übernimmt Angeljoe die Versandkosten. Wer eine bestimmte BFS-Rolle reservieren oder mit der eigenen Lieblingsrute vor dem Kauf gegenchecken möchte, ruft am besten direkt eine der Filialen oder die zentrale Telefonberatung an. Eine ehrliche Einschätzung gibt es dort auch zur Frage, ob deine Wunschrolle wirklich zum geplanten Einsatzbereich passt oder ein anderes Modell zielführender wäre.
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